8,5 von möglichne 10 Punkten!
Am einfachsten ist die Bewertung im direkten Vergleich zur Osmo Pocket! Die deutlichen VORTEILE der Fimi Palm gegenüber Osmo Pocket: extremes Weitwinkel OHNE Bildverzerrung (entspricht in etwa 12 bis 15 Millimeter Brennweite bei Kleinbild/Vollformat DSLR) Mindestens 1,5 fache Akkulaufzeit, Joystick zum motorischen Bewegen des Kamerakopfes (z.B. senkrecht nach oben gerichtete Kamera macht bis zu 320 Grad extrem gleichmäßige Drehung - geht natürlich auch nach unten), in 10 Stufen einstellbare Gimbal Folgegeschwindigkeit (Osmo nur 2) und bereits eingebautes W-LAN! wichtigster Nachteil: Im Videomodus (NICHT im Fotomodus) kann die Blende NICHT manuell eingestellt werden - sie nimmt also permanent und unvermeidlich im Automatikmodus auf; lediglich eine einstellbare aber permanente Korrektur ist möglich, wobei die Automatik aber weiterhin auf Helligkeitsunterschiede reagiert! Es gibt nur EIN eingebautes Mikro - damit nur eine Mono-Tonspur! Ohne ins Detail zu gehen: die Datenrate (nicht zu verwechseln mit dem Aufnahmeformat) der aufgenommen Videos ist zwar ausreichend aber niedriger als bei der Osmo, damit werden Bilddetails weniger klar wiedergegeben. Und für Cineasten ein "Graus" - für viele Blogger und Normalos aber sehr hilfreich: bei der Palm ist ein FIXFOCUS-Objektiv verbaut, wie bei den allermeisten "action-Cams" (auch GoPro)! FIXfocus bedeutet: ALLES ab einem bestimmten Abstand (ca. 80 Zentimeter) ist GRUNDSÄTZLICH und IMMER Scharf - bis hin zum Horizont. Insgesamt macht die Palm einen soliden Eindruck, ist ordentlich verarbeitet und - wenn man alle Settings im Griff hat - leicht zu bedienen. Allerdings: für perfekte Schwenks muß man seine Bewegungen sehr sorgfältig koordinieren! Also so, als würde man eine Kamera OHNE Stabi nutzen und jedes wackeln vermeiden wollen. Wer die Kamera wie ein Peitsche schwingt, kann die Aufnahmen vergessen - die Stabi-Funktion hat natürlich ihre Grenzen und verzeiht deutlich weniger Ruckler bei der Handhabung als die Osmo! Dabei geht es nicht um die Folgegeschwindigkeit des Kopfes sondern um das unvergleichlich SANFTE "Anfahren" der Folgebewegungen bei der Osmo, die natürlich auch keine TOP-Aufnahmen liefert, wenn sie rüttelnd, schüttelnd oder "tanzend" genutzt wird! Dutzende youtube videos zeigen, wie es aussieht, wenn sich ein Nutzer einen Dreck um Grundsätze der Physik wie z.b. Massenträgheit schert. Eine Gimbalkamera macht NICHT "von selbst" magisch schwebende "smoothe" Aufnahmen wie eine Drohne - man muß schon selbst eine ruhige Hand haben und mit der Reaktionsgeschindigkeit und Trägheit des Gimbals optimal zusammenwirken, damit es FAST so aussíeht wie vom Stativ oder Dolly gedreht! Ihren Preis ist sie - wenn man von der "ZWANGS"Blendenautomatik absieht (DRINGEND verbesserungsbedürftig) allemal wert.